Runter mit dem Tempo - rauf mit der Sicherheit!

Zu hohe Geschwindigkeit häufig Ursache für Verkehrsunfälle im Betrieb


Hoffentlich müssen Sie nicht wissend nicken, wenn wir Ihnen verraten, dass bei 31% aller tödlichen Unfälle zu schnelles Fahren die Unfallursache ist. Deswegen gilt natürlich auch im Betrieb: Lieber langsam und sicher als schnell und mit schlimmen Folgen!

Die Verkehrsregelung im Betrieb ist eine wichtige organisatorische Präventionsmaßnahme. Im Idealfall sollte ein Verkehrswegekonzept zugrunde liegen, das sich damit befasst, wie es in der Produktion, dem Lager, dem Büro, aber auch im Außenbereich, also auf Parkplätzen und allen Verkehrswegen, möglichst sicher zugehen kann. Je mehr schwere Fahrzeuge unterwegs sind, desto gefährlicher ist ein ungeregeltes Verkehrsbild.

Oft macht es Sinn, die Straßenverkehrsordnung (StVO) auf den Betrieb zu übertragen. Aber Achtung! Auf nicht öffentlichen Betriebsparkplätzen reicht ein Schild à la „Auf diesem Betriebsgelände gilt die StVO“ nicht aus! Lediglich §1 der StVO, der an das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen und an gegenseitige Rücksichtnahme appelliert, ist immer zu beachten: „(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. (2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.“ Sie können den innerbetrieblichen Verkehr auf einem Parkplatz aber natürlich entsprechend der StVO regeln, was zum Beispiel die Vorfahrt oder die Beschilderung angeht.

Doch was ist mit der oben genannten gefährlichen Geschwindigkeit? Vielleicht macht eine allgemeine Geschwindigkeitsreduzierung in manchen Bereichen Ihres Betriebs Sinn. Das wird die Gefährdungsbeurteilung, die Sie nach §5 des Arbeitsschutzgesetzes vornehmen müssen, ergeben. Von der Geschwindigkeit, die gefahren werden darf, hängt übrigens auch ab, wie breit Wege sein müssen. Näheres dazu finden Sie in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A 1.8 "Verkehrswege". Alleine deswegen könnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung wichtig sein.

Helfen Sie bei der Geschwindigkeitsreduktion nach!

Vorsicht und Rücksichtnahme sind also auch im innerbetrieblichen Verkehr unbezahlbar. Für die Uneinsichtigen können Sie der Geschwindigkeitsbegrenzung mit einer baulichen Maßnahme Nachdruck verleihen. Setzen Sie zum Beispiel speziell an neuralgischen, schlecht einsehbaren Knotenpunkten, Fußgängerüberwegen und Kreuzungen Fahrbahnschwellen ein. Diese Bremsschwellen sind Erhöhungen der Fahrbahn, die Fahrzeugführer dazu zwingen, langsam darüber zu fahren. Je höher die Temposchwelle ist, desto langsamer kann darüber gefahren werden. In der Regel sind bei solchen Bodenschwellen ideale "Darüberfahr-Geschwindigkeiten" angegeben. Achten Sie auch darauf, dass Fahrzeuge, deren Bauart nicht verändert wurde, ohne Probleme über die Temposchwelle fahren können, ohne aufzusetzen.

Kleine Anekdote: Im Englischen heißt Fahrbahnschwelle „sleeping policeman“ – also „schlafender Polizist“.

Lassen Sie Kabel und Schläuche "verschwinden"!

Ein weiterer Aspekt für sichere Verkehrswege – egal ob mit einem Fahrzeug oder zu Fuß – ist die Beseitigung von Stolperfallen. So müssen laut der Arbeitsstättenverordnung Fußböden eben sein. Hier gilt die Faustregel, dass jede Erhebung, die größer als oder gleich 4 mm  ist, als Gefährdung gilt. Gerade auf Baustellen, aber auch in Lagern oder in der Produktion lässt es sich jedoch manchmal nicht vermeiden, Kabel oder Schläuche temporär über einen Weg zu legen. Das Gehen ist ein automatisierter Prozess – liegt also etwas im Weg herum, womit Sie nicht rechnen, ist ein Sturz vorprogrammiert. Die große Lösung wäre hier die Verlegung in der Höhe. Im Arbeitsalltag ist das natürlich völlig übertrieben. Mit Kabelbrücken oder Schlauchbrücken lassen Sie solche "Störer" ganz einfach verschwinden.

Tipp: Wenn es auf dem Betriebsgelände mehrere Firmen gibt, sollten Sie sich mit diesen wegen eines gemeinsamen Verkehrswegekonzepts zusammenschließen.
 
 

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